FAQ – Prototypen-Service für Leiterplattenbestückung und Musterbaubestückung
Diese FAQ-Seite beantwortet häufige technische Fragen zum Prototypen-Service für Leiterplattenbestückung und Musterbaubestückung. Sie richtet sich an Entwickler und Entwicklungsteams, die im Rahmen von Prototypenprojekten elektronische Baugruppen fertigen lassen. Die folgenden Fragen decken Themen wie technische Möglichkeiten, Datenanforderungen, Lieferzeiten und Kalkulation ab.
Welche Leiterplattenformate und Bestückungsarten werden im Prototypen-Service unterstützt?
Im Prototypen-Service von MyProtoLab werden Leiterplatten bis zu einer Größe von 400 × 500 mm standardmäßig bestückt. Es werden sowohl SMT- als auch THT-Bestückungen unterstützt, einschließlich gemischter Bestückung auf einer Leiterplatte. Größere Leiterplatten oder besondere Bestückungskonzepte sind nach technischer Prüfung möglich.
Gibt es technische Einschränkungen bei Bauteilen in der Musterbaubestückung?
Bei der Musterbaubestückung im Prototypen-Service von MyProtoLab können SMT-Bauteile ab der Bauform 0201 (imperial) bis zu einer maximalen Bauteilgröße von 50 × 40 mm verarbeitet werden. Für THT-Bauteile bestehen in diesem Service keine technischen Einschränkungen.
Nach welcher IPC-Klasse werden Prototypen gefertigt?
Die Fertigung der Leiterplattenbestückung erfolgt gemäß IPC-Class 2. Diese Klasse ist für industrielle Anwendungen vorgesehen und definiert erhöhte Anforderungen an Funktionalität und Zuverlässigkeit.
Welche Daten werden für die Prototypen-Bestückung benötigt?
Der erforderliche Datenumfang hängt davon ab, in welcher Form die Projektdaten bereitgestellt werden. Für eine reibungslose Abwicklung werden Leiterplattendaten, eine Stückliste sowie Bestückungs- und Fertigungsdaten benötigt.
- Für die Leiterplatte werden Fertigungsdaten in einem der folgenden Formate benötigt: Gerberdaten, ODB++ oder IPC-2581.
- Die Stückliste (BOM) wird mit Herstellerteilenummern (MPN) über die Importfunktionen des Projekts eingebracht. Unterstützt werden CSV- und XLSX-Formate. Nach dem Import kann die Stückliste weiterbearbeitet und für Verfügbarkeitsprüfungen, Alternativen und die Kalkulation verwendet werden.
- Zusätzlich werden Bestückungs- und Fertigungsdaten benötigt. Dazu gehören der Bestückungsplan (Pick-and-Place- bzw. Centroid-Daten) sowie gegebenenfalls Arbeitsanweisungen für Sonderwünsche oder besondere Fertigungsanforderungen.
Müssen bei passiven Bauteilen Herstellerteilenummern angegeben werden oder reichen Werteangaben aus?
Für eine automatisierte Materialabfrage ist eine eindeutige Herstellerteilenummer inklusive Herstellerangabe erforderlich, auch bei passiven Bauteilen. Reine Werteangaben wie Widerstandswert, Toleranz oder Bauform sind für eine automatische Abfrage nicht ausreichend.
Im weiteren Projektverlauf können diese Bauteile im System durch alternative, funktionsgleiche Komponenten ersetzt werden. Für die initiale, automatisierte Abfrage ist jedoch eine eindeutige Identifikation zwingend notwendig.
Muss ich Leiterplatten und Bauteile für Elektronik-Prototypen selbst beschaffen?
Im Prototypen-Service von MyProtoLab wird die Beschaffung von Leiterplatten und Bauteilen übernommen. Die benötigten Leiterplatten und elektronischen Bauteile können auf Basis der Projektdaten gezielt ausgewählt und bestellt werden.
Können tagesaktuelle Bauteilpreise automatisch über Distributoren aktualisiert werden?
Tagesaktuelle Bauteilpreise können per Knopfdruck automatisch über angebundene Distributoren abgerufen und innerhalb weniger Sekunden aktualisiert werden. Die aktualisierten Preisinformationen fließen direkt in die Projektkalkulation ein.
Wie werden die Preise für Prototypen kalkuliert?
Die Preiskalkulation erfolgt auf Basis der vom Kunden eingegebenen Stückzahl und Projektdaten. Über API-Schnittstellen werden automatisiert Materialabfragen bei relevanten Distributoren durchgeführt, wobei Preise, Verpackungseinheiten und Mindestabnahmemengen berücksichtigt werden.
Parallel dazu werden die Leiterplattendaten analysiert und automatisiert bei Leiterplattenherstellern angefragt. Die Ergebnisse fließen direkt in die Materialkostenrechnung ein.
Ergänzend erfolgt eine Arbeitskalkulation, bei der alle erforderlichen Fertigungsschritte sowie Initial- und Rüstaufwände berücksichtigt werden. Die Gesamtkosten setzen sich aus Material- und Arbeitskosten zusammen und werden mit einer definierten Marge kalkuliert, um projektbezogene Aufwendungen und Gemeinkosten abzudecken.
Wie schnell erhalte ich ein Angebot für Projekte mit Elektronikbaugruppen?
Abhängig von der Qualität der bereitgestellten Projektdaten und den Ergebnissen der automatisierten Materialsuche kann ein neues Angebot in der Regel innerhalb von 10 bis 20 Minuten erstellt werden. Die Aktualisierung eines bestehenden Angebots im Portal erfolgt üblicherweise innerhalb weniger Minuten, meist in unter fünf Minuten.
Lassen sich mehrere Angebotsversionen in der Prototypenkalkulation vergleichen und historisieren?
Alle Angebotsversionen werden chronologisch gespeichert und stehen jederzeit zur Verfügung. Sie können frühere und aktuelle Angebote einsehen, bewerten, innerhalb weniger Sekunden aktualisieren und direkt miteinander vergleichen.
Wie lange dauert die Fertigung von Prototypen?
Die Durchlaufzeit setzt sich aus Materialbeschaffungszeit und Fertigungszeit zusammen. Die Fertigung beginnt erst, sobald alle erforderlichen Materialien vollständig verfügbar sind.
Für die Fertigung stehen folgende Zeitoptionen zur Verfügung:
- Expressfertigung mit einer Fertigstellung innerhalb von 3–5 Arbeitstagen,
- Standardfertigung mit einer Fertigstellung innerhalb von 10 Arbeitstagen,
- Sparfertigung mit einer Fertigstellung innerhalb von 20 Arbeitstagen.
Die Materialbeschaffungszeit kann aktiv beeinflusst werden, indem Bauteile mit längeren Lieferzeiten durch verfügbare Alternativen ersetzt werden. Anpassungen an der Stückliste (BOM) können im Tool vorgenommen werden und werden unmittelbar in der Verfügbarkeitsprüfung sowie in der Kalkulation berücksichtigt.
Ist die Nutzung der Plattform im Prototypen-Service kostenpflichtig?
Die Nutzung der Plattform ist kostenfrei und steht rund um die Uhr (24/7) zur Verfügung. Es entstehen keine Kosten für die Verwendung der Kernfunktionen.
Kosten fallen ausschließlich bei optionalen Zusatzleistungen im Bereich Risk Management und Compliance an. Diese Zusatzinformationen können einmalig pro Artikel erworben werden und stehen anschließend dauerhaft zur Verfügung; auch deren Aktualisierung ist kostenfrei.
Ist die Plattform mandantenfähig und für mehrere Projekte geeignet?
Die Plattform ist mandantenbezogen konzipiert und ermöglicht die Trennung von Projekten innerhalb eines Kundenkontos. Für Unternehmen ist vorgesehen, ein zentrales Konto mit verantwortlichen Personen einzurichten, denen entsprechende Zugänge zugewiesen werden.
Diese Vorgehensweise wird empfohlen, da sie sicherstellt, dass alle Beteiligten mit identischen Projektdaten arbeiten und eine konsistente Datenbasis über alle Projekte hinweg gewährleistet ist.
Wie sind Datenschutz und Vertraulichkeit im Prototypen-Service geregelt?
Die Datenverarbeitung im Prototypen-Service von MyProtoLab erfolgt auf einer ISO/IEC 27001- und SOC-2-konformen Infrastruktur, die über Microsoft Azure betrieben wird. Alle Projektdaten werden DSGVO-konform ausschließlich in deutschen Rechenzentren gespeichert.
Zur Sicherstellung von Vertraulichkeit und Verfügbarkeit werden mehrmals täglich redundante Backups mit einer Wiederherstellungszeit von bis zu sieben Tagen durchgeführt. Ergänzend kommen aktiver DDoS-Schutz, strenge Zugriffskontrollen sowie automatische Erkennung verdächtiger Anmeldeversuche zum Einsatz.
